WHEN A FARM GOES AFLAME

Logline: A tale about my mother and brothers from other mothers

Feature length documentary, DK/NG/DE, 112 Minutes

Director: Jide Akinleminu
Editor: Maja Tennstedt
Producer: Florian Schewe, Film Five GmbH
World Sales: Syndicado Film Sales

Begründung der Ökumenischen Jury (Karola Kallweit, Linda Rohrer, Dr. Aydin Süer, Dr. Katrin Visse):

Was bleibt, ist dieser Satz: „Ich wüsste gerne, warum mein Vater meiner Mutter das nie erzählt hat und warum meine Mutter nie gefragt hat.“ Er steht am Anfang der Geschichte, die uns Jide Tom Akinleminu erzählt. Erzählen muss, denn „the flakes fly home, to bear the tale”. Nichts bleibt dauerhaft im Verborgenen. Nie ist alles „hygge“. 

Die ökumenische Jury ehrt den Dokumentarfilm „When A Farm Goes aflame“, eine narrative Reise, die uns, die Zuschauer*innen mit auf die Suche nach „Lebens-Antworten“ nimmt. Wir schätzen die einfühlsame Erzählperspektive und die eindrückliche Bildsprache, in der der Film elementare Fragen des Menschseins stellt: Wie blicken wir auf die eigene Vergangenheit? Auf Lebensentscheidungen, die wir getroffen haben? Und auch auf die, die wir noch treffen werden? Gestehen wir uns Gnade zu? Auch die Form zeigte das: Besondere (und geduldige) Einstellungen, eine kluge Dramaturgie und Bilder und Szenen, die als Collage ein Ganzes ergeben. 

Die Jury findet herausragend, wie Jide Tom Akinleminu diese sehr persönliche Geschichte als Ich-Erzählung, als Sammler von Fakten, mit großer Demut und urteilsfrei erzählt und dabei die Fülle des menschlichen Lebens sichtbar macht. 

Wir gratulieren zum Preis der Ökumenischen Jury, (die in diesem Jahr auch eine interreligiöse Jury ist,) und wünschen dem Film viele aufmerksame Zuschauer*innen.

Begründung der Jury Dokumentarfilm (Gerd Kroske, Asli Özarslan, Katarina Schröter)

Am Anfang steht eine Lüge, die eine ganze Familie zerrüttet – auseinanderreißt. Der Sohn geht auf die Suche nach einer Wahrheit, die ihm verheimlicht wurde und wofür es auch keine Worte gibt. Er nutzt den Blick der Kamera dafür. Dem Regisseur und Kameramann Jide Tom Akinleminu gelingt es die Leerstellen seiner Familiengeschichte anhand seiner Beobachtungen aufzublättern. Er sieht die Familie seines Films als eine Versuchsanordnung, um die Verschiedenheiten der Erfahrungen von Sozialisierungen zu vermessen. Zugleich möchte er das Ungesagte der Familie für sich benennen. Dabei gelingen ihm Bilder, die sich souverän in diesen Kontrastwelten zwischen Dänemark und Nigeria bewegen. Akinleminu benutzt die Kamera als Kommunikationsmittel, um seinen Vater in Nigeria zur Rede zu stellen. Dabei scheinen die Bilder mit der inneren Welt des Regisseurs verwoben zu sein. Raum und Zeit spielen keine Rolle mehr. Ohne Vorhaltungen gelingt ihm, mit verführerischer Beharrlichkeit, die Freilegung dessen und gibt so auch gelungene Seitenblicke seiner eigenen Geschichte preis. Mit Charme und fliessender Beweglichkeit kann er sich so der bisher unausgesprochenen Geschichten selbst bemächtigen und uns staunend teilhaben lassen.

A  filmmaker completes his debut film: A reflection on his parents assumed monogamous long distance marriage as well as his own Nigerian background and identity. He thereafter accidentally discovers his father’s secret; a second family throughout the last 30 years. This revelation sends the filmmaker on a new quest, now focusing on his retired Danish mother and his newly acquainted younger Nigerian half brother.  When a farm goes aflame  is set in the aftermath of a lifetime of secrecy and denial, and attempts to bring together the stories and beliefs of all protagonists as they come to terms with their common past and shape their future. Moving fluidly between Denmark, Nigeria, Canada and USA, the film gently unfolds as a poetic and psychologically complex exploration of the meeting between western and African concepts of love, relationships and family. 

REVIEWS & FEEDBACK:

“Puzzle” – Andreas Krieger

Känslig uppgörelse med en dansk-nigeriansk familjs öde – Katarina Hedren

One Film, 8 ReviewsBerlinale Talent Press 2021

Filmdienst – Ralf Schenk

Festivalblog – Steffen Wagner

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